Weisheitszahn-OP unter Vollnarkose? Pro und Kontra

Die Hiobsbotschaft ist da – die Weisheitszähne müssen raus. Vielen bereitet dieser Eingriff Unbehagen, da es sich – ehrlich gesprochen – nicht um die einfachste Form der Behandlung handelt. Manche haben Glück und es muss ‘nur’ gezogen werden, andere wiederum benötigen operative Maßnahmen, die häufig gefürchtet sind. Gerade Patienten, die unter Zahnarztangst leiden, überlegen, sich mittels Vollnarkose in einen Schlafzustand versetzen zu lassen, sodass sie nichts mehr mitbekommen. Was eine Vollnarkose eigentlich ist und welche Gründe dafür sowie dagegen sprechen, erfahren Sie im Folgenden.

weisheitszahn-op

Was passiert während der Vollnarkose?

Vorab: Nicht der Zahnarzt, sondern ein speziell ausgebildeter Narkosearzt, auch Anästhesist genannt, ist für die Betäubung zuständig. Dieser wird in einem vorbereitenden Gespräch Informationen über mögliche Allergien und den allgemeinen Gesundheitszustand einholen. Die Vollnarkose ist eine Prozedur, der stets gewisse Risiken anhaften und daher gut vorbereitet werden muss. Während der Operation ist der Anästhesist die komplette Zeit anwesend und hat ausschließlich die Überwachung der Vitalfunktionen (Blutdruck, Herzfrequenz) zur Aufgabe. Denn eine Vollnarkose zielt auf dreierlei ab: Den Patienten in einen Schlafzustand zu versetzen, ihn dabei keine Schmerzen fühlen zu lassen und die Muskeln künstlich zu entspannen, sodass keine ungewollten Schutzreflexe während des Eingriffs entstehen. Sie ist daher eine Art Potpourri verschiedener Medikamente, deren Wirkung gründlich zu überwachen ist. Außerdem beeinträchtigen diese Wirkstoffe die Fähigkeit zum selbstständigen Atmen, weshalb über einen kleinen Schlauch in der Luftröhre künstlich beatmet werden muss. Sobald der Zahnarzt oder Kieferchirurg seine Pflicht getan hat, leitet der Anästhesist medikamentös das Aufwachen ein – meist dauert es jedoch ein paar Stunden, bis die Schläfrigkeit komplett vorüber ist.

Die Vorteile der Weisheitszahn-OP unter Vollnarkose

Trotz lokaler Betäubung empfinden viele Betroffene die Entfernung ihrer Weisheitszähne als unangenehm. Denn anders als beim herkömmlichen Bohren, geht es während der Weisheitszahn-OP häufig etwas gröber zu. Oft ist eine Zerteilung des Zahns und das Abtragen des umliegenden Knochens notwendig, um die Weisheitszähne erfolgreich zu entfernen. Diese Maßnahmen führen zu einem stärkeren jedoch harmlosen physischen Druck im Kopf- und Kieferbereich, der den Patienten manchmal auf die Geduldsprobe stellt. Während einer Vollnarkose ist von alldem nichts zu spüren, sodass meist alle vier Zähne auf einmal entfernt werden und das Kapitel Weisheitszähne sich in nur einer Behandlung abschließen lässt. Auch die Angst vor Schmerzen trotz Betäubung erübrigt sich, wenn Patienten erst gar nichts von allem mitbekommen.

Risiken und Kosten der Vollnarkose beachten

Fairerweise gilt aber zu erwähnen, dass der Eingriff nur die halbe Miete ist. Gerade nach der Entfernung aller vier Weisheitszähne, ist mit Einschränkungen und leider auch Schmerzen für die kommenden Tage zu rechnen – der Heilungsprozess kann also nicht verschlafen, jedoch mit Suppe und Schmerzmitteln gut überstanden werden. Wichtiger für die Entscheidungsfindung sind aber die Nebenwirkungen und Risiken der Vollnarkose. Zwar handelt es sich um ein sehr sicheres Verfahren, doch lassen sich Komplikationen wie die Unverträglichkeit nie hundertprozentig ausschließen – die beste Aufklärung hierfür bietet der zuständige Anästhesist. Wenn es nun zu Begleiterscheinungen kommt, handelt es sich meist um eine harmlose und schnell vorübergehende Übelkeit nach der Operation, die aber manchmal zum Erbrechen führt. Zwar lässt sich diesem Zustand gut mit Medikamenten bekommen, doch gerade nach einem Eingriff im Mundraum benötigen die noch frischen Wunden möglichst viel Schonung. Auch zu erwägen ist die Kostenfrage: In den meisten Fällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur die lokale Betäubung. Einzig bei sehr ausgeprägter und nachgewiesener Zahnarztangst lässt sich die Kostenübernahme erkämpfen. Privat Versicherte müssen überprüfen, in welchen Tarifen sie sich befinden und unbedingt vor dem Eingriff klären, wer für die Kosten zuständig ist. Einen genauen Pauschalpreis für die Vollnarkose gibt es nicht, doch liegen die Kosten meist zwischen 150 und 300 Euro.

Weisheitszahn-OP mit Vollnarkose – jein?

Wer eine Vollnarkose erwägt, dem sei am besten geraten, sich zunächst eine Einschätzung des Zahnarztes über den Umfang des Eingriffs einzuholen. Wichtig ist auch, sich eventuelle frühere Erfahrungen abzurufen – ist schon einmal Erbrechen nach einer Vollnarkose aufgetreten, sollte gemeinsam mit Zahnarzt und Anästhesisten überlegt werden, wie sinnvoll diese Form der Betäubung ist. Auch die Kostenfrage gehört zu den entscheidenden Aspekten: Ist überhaupt genügend Budget da, falls die Krankenkasse nicht zahlt? Überlegungen zur Vollnarkose während der Weisheitszahn-OP sind also von völlig individuellen Faktoren abhängig. Das Wichtigste ist, sich gut durch den zuständigen Anästhesiearzt aufklären zu lassen und somit alle Risiken zu kennen.

 

Bei Interesse oder Fragen freuen wir uns, wenn Sie sich uns wenden.

 

Alles Gute wünscht Ihnen

Ihre Zahnarztpraxis Saupe & Schwarz